„Wenn man einmal damit anfängt, ist es wie ein Fluss, es reißt einen mit.“
Masaaki Suzuki¹


Johann Sebastian Bach ist ein globales Phänomen. Seine Werke sind die meistgespielten auf der Welt. Und sie sind ein Inbegriff kollektiven Kulturgutes, Monument der historischen Aufführungspraxis ebenso wie Triebfeder für ständige Weiterentwicklung.

Künstler aller Genres und Generationen nutzen seine Werke als Ausgangspunkt ihrer eigenen Arbeit; Bach wirkt in der ernsten Musik ebenso wie im Jazz oder Hip Hop, er inspiriert DJs, Choreographen, Autoren. Menschen allen Alters und aller Nationalitäten tragen seine Musik in ihren Köpfen und Herzen.

Johann Sebastian Bach ist damit eine Marke im besten Sinne des Wortes. Sein Werk verbleibt nicht an der Oberfläche, es führt vielmehr zu Identifikation. Mit dem Diktum einer „Musik zur höheren Ehre Gottes“, einem klingenden Orientierungspunkt in unserem Leben, hat er einen Anspruch formuliert, der weit über die reine Musikalität hinausgeht. „Bach ist für mich ein Beispiel, wie viel Kraft man aus einem wahrhaftigen Glauben ziehen kann“, sagt Thomas Quasthoff.² Sein Werk ist der Inbegriff einer Leitkultur, einer Kultur die integriert, die uns mitreißen will in ein besseres Leben.

Auch Alban Berg hat diese Kraft gespürt. Im 222. Takt des zweiten Satzes seines Violinkonzertes notiert er 1935 ein Motiv aus den Tönen B-A-C-H und schließt ein Zitat des Bach-Chorals „Es ist genug“ aus der Kantate „O Ewigkeit, du Donnerwort“ (BWV 60) an. Das Konzert mündet in einer ergreifenden Reflexion des Sterbens. Es ist dies aber gleichsam eine Musik des ewigen Lebens und der Hoffnung.

Johann Sebastian Bach ist universal. In seinem Werk spiegelt sich die ganze Welt in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Bewegender ist allerdings: Die Welt erkennt dies und macht sich das Werk zu Eigen. Unser Bach verbindet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

¹ Masaaki Suzuki (jap. 鈴木 雅明 Suzuki Masaaki; * 29. April 1954 in Kōbe) ist japanischer Dirigent, Organist und Cembalist. Er gilt als Spezialist für das Œuvre Johann Sebastian Bachs und hat sich als Leiter des Bach Collegium Japan, dessen Gründer er auch ist, weltweit einen herausragenden Ruf als Interpret der historischen Aufführungspraxis erworben. Seine zahlreichen Einspielungen, u. a. der wichtigsten Choralwerke und geistlichen Kantaten wie auch der Cembalowerke Bachs finden höchstes Lob. Er ist Professor für Orgel und Cembalo an der Nationalen Universität für Kunst und Musik in Tokio und seit 2009 Professor für Chorleitung an der Yale University (USA). Für seine Verdienste wurde er im April 2001 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

 

² Thomas Quasthoff (* 9. November 1959 in Hildesheim) ist deutscher Bassbariton und Professor für Gesang an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin. Quasthoff wurde mit einer Contergan-Schädigung geboren und gilt vielen Menschen als Vorbild für eine durch außergewöhnliches Können, Mut und Beharrlichkeit beflügelte Karriere vom Radiosprecher zum Klassikstar.

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